Vielfach scheitert der Versuch, einen solchen Aufkleber zu entfernen, denn der verwendete Klebstoff zeigt sich auch nach vierzig Jahren ausgesprochen haltbar, und wie das oben stehende Foto zeigt,
wurde er nicht gerade sparsam verwendet. In diesem Falle mag man sich trösten mit dem Gedanken, dass Wiking recht daran getan habe, auf deutsche Wertarbeit hinzuweisen und so die Qualität seiner Modelle
hervorzuheben.
Doch halt - der Reihe nach, lassen Sie uns lieber einmal die historischen Fakten unter die Lupe nehmen:
Vor über 100 Jahren wurde der Begriff "Made in Germany" mit dem Merchandise Marks Act von 1887 eingeführt -
nicht als Qualitätssymbol, sondern um britische Waren vor der als minderwertig geltenden Konkurrenz aus Deutschland zu schützen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bestanden vor allem
die Amerikaner darauf, dass jedes aus Deutschland importierte Produkt diese Kennzeichnung erhielt, sollte doch der amerikanische Verbraucher wissen, dass er soeben im Begriff war, ein Produkt
aus Feindesland zu erstehen. Ebenso verhielt es sich - nebenbei bemerkt - mit dem Begriff "Made in Japan". Wer konnte damals schon ahnen, dass sich aus dem als Diskriminierung
gemeinten Begriff ein Zeichen für Qualität entwickeln würde.
Somit wird klar, dass die genannten Aufkleber keineswegs aus Stolz auf die qualitativ hohen Produkte,
sondern - neutral gesprochen - aus politischen Gründen und nicht ganz freiwillig aufgeklebt wurden, wenn ein Modell in den Export ging. Natürlich betraf dies nur diejenigen Modelle, die die Herkunftsbezeichnung
nicht schon in der Bodenplatte eingepägt hatten, dies waren zur damaligen Zeit jedoch nicht viele Modelle.
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