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Spezial: Henschel HS 100 Pritschen-LKW
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Seit 1959 produzierte Wiking ein Modell des Henschel HS 100 Pritschen-LKW, zu dem ich bis heute eine besondere emotionale Bindung bewahrt habe: Es war Anfang der 60er Jahre mein allererstes Wiking-Modell. Da die Anzahl der Farb- und Formvarianten durchaus überschaubar ist, habe ich in den letzten Jahren versucht, möglichst viele dieser Varianten in meinen Besitz zu bekommen. Nachfolgend werden detaillierte Angaben zu den Modellen und den einzelnen Varianten aufgeführt.
Das Grundmodell besteht aus ingesamt sechs Formteilen (ohne Räder und Achsen):
Kabine, Kabinenverglasung, eingesetzter Grill, Pritsche, Fahrgestellrahmen und Kardanwellenbereich. Letztere wurden miteinander verklebt und bildeten gemeinsam das Fahrgestell, außerdem diente der Kardanwellenbereich zur Arretierung der Achsen. Da die Plane und die Pritscheneinlage nicht bei allen Varianten zum Modell gehörten, rechne ich sie nicht zu den Formteilen des Grundmodells. Kabine, Fahrgestellrahmen und Kardanwellenbereich befanden sich in einer gemeinsamen Spritzgussform, was mehrfarbige Modelle ermöglichte, wie im Folgenden noch weiter ausgeführt werden wird.
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Formvariante I (1959 - 1962)
Die erste Version des Henschel HS 100 verfügte über die Standardpritsche, die auch bei anderen Modellen, etwa dem MAN 415, Verwendung fand. Da nur im Jahre 1959 eine Plane mitgeliefert wurde, spendierte man dem Modell ab 1960 eine zusätzliche silberne Pritscheneinlage.
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Auf dem eingesetzten silbernen Kühlergrill fand sich ein gravierter Henschel-Stern. Die einteiligen Räder waren vorbildgerecht gestaltet, hatten vorn 10-Loch-Felgen, hinten allerdings keinerlei Verschraubung.
 Die einzelnen Formteile - abgesehen vom Grill - wurden in den Farben Silbergrau und Mattgraublau bzw. Ozeanblau produziert und in Farbumkehrung montiert, sodass zweifarbige Modelle in den Handel kamen. Beim Farbton Mattgraublau gibt es leicht unterschiedliche Tönungen. Sonstige Blautöne, wie sie z.B. im Gelben Katalog aufgeführt werden, existieren m. E. nicht. Die dort genannten Farben wie z.B. Azurblau oder Taubenblau für das Fahrgestell können wegen der gemeinsamen Spritzgussform mit der Kabine nicht existieren, wenn nicht auch eine Kabine in dieser Farbe existiert, auch die Existenz des Farbtons Diamantblau ist zweifelhaft.
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Formvariante II (1963 - 1964)
Veränderungen gegenüber der Formvariante I wurden nur in geringem Maße durchgeführt: Während Kabine und Pritsche sowie Grill nicht modifiziert wurden, änderte man die Form des Fahrgestellrahmens in einem Detail, indem man auf den vorderen Kotflügeln Blinker anbrachte. Der Kardanwellenbereich als eigenes Formteil erhielt eine oberhalb der Kardanwelle liegende Platte, die nun die durchbrochenen Abschnitte des Fahrgestellrahmens verdeckte.
Eine zweite Änderung betraf die Räder, wohl aus Kostengründen wurden die bisherigen vorbildgerechteren Räder durch einfache glatte Räder ersetzt, die auf Vorder- wie Hinterachse gleich sind.

Die Formteile wurden in den Farben Blassbraun und Korallenrot produziert und jeweils in Farbumkehrung montiert. Die Modelle wurden ohne Plane ausgeliefert, die man als Zubehör separat erwerben konnte, um den LKW zu komplettieren. Wiking stattete die Pritsche stattdessen teilweise mit einer silbernen Pritscheneinlage als eigenem Formteil aus.
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Formvariante III (1965 - 1968)
 Farbstellungen, Kabinen- und Pritschenform entsprechen der Formvariante II, das Fahrgestell zeigt neben dem WM-Zeichen auch die Prägung "Germany", und die einteiligen, in den letzten beiden Jahren verwendeten dunkleren Räder besitzen 6-Loch-Felgen.

Die Auslieferung erfolgte wieder mit Plane. Die Tatsache, dass beim ab 1967 produzierten Betonmischer auf Basis des Henschel HS 100 eine weitere Modifikation des Fahrgestells erfolgte, der Pritschen-LKW aber bis 1968 mit dem Fahrgestell Variante III ausgeliefert wurde, lässt die Vermutung zu, dass die 1967 und 1968 ausgelieferten Modelle bereits in den Jahren 1965/66 vorproduziert worden waren und nur noch abverkauft wurden.
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Formvariante IV (ab 2001)
Nachdem vermutlich im Jahre 1966 die Produktion des Modells eingestellt worden war, erwachte der Henschel HS 100 25 Jahre später zu neuem Leben.
Allerdings wurde das Modell dann doch in einigen Punkten verändert: Insgesamt ist es, insbesondere im Hinblick auf die Pritsche, detaillierter, allerdings ist diese von innen glatt und nicht mehr strukturiert wie bei den alten Modellen; dies wohl aufgrund der Tatsache, dass - bis auf eine Ausnahme - die Modelle mit geschlossener Plane ausgeliefert werden, der Pritschenboden also nicht sichtbar ist. Außerdem bekam es den heute bei Wiking-Modellen üblichen "filigranen" Zughaken, die Bodenprägung ist das moderne Wiking-Warenzeichen.

Basis dieses erneut modifizierten Fahrgestells war das Fahrgestell des oben genannten Betonmischers, erkennbar an der nun bis zur Hinterachse verlängerten oberhalb der Kardanwelle liegenden Platte. Im Gegensatz zu dem beim alten Modell verwendeten glatten Rädern hat das neue Modell Räder mit eingesetzten 6-Loch-Felgen. Lediglich die Kabine und der eingesetzte Grill entsprechen noch vollständig den Formen der Periode von 1959 bis 1968. Nur eines hat das neue Modell leider nicht: den "Charme" des alten.

Lediglich eines dieser Modelle fand den Weg in die Serie, ansonsten werden die Formen ausschließlich zur Produktion von Sonder- und Werbe- bzw. Merchandising-Modellen eingesetzt, die über die Shops diverser Firmen zu beziehen sind und im Normalfall nicht in den Spielwaren- und Modellauto-Geschäften auftauchen - von Ausnahmen abgesehen.
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Lastzüge (ab 2004)
Seit dem Jahre 2004 erscheinen zu Merchandising-Zwecken diverser Firmen produzierte Lastzüge mit dem Henschel HS 100 als Zugfahrzeug. Auch hier findet sich ein bunter Mix aus alten und neuen Formen, der insbesondere durch den Anhänger verstärkt wird: Zwar hat man hier die neue detailliertere Pritsche aufgesetzt, das Fahrgestell aber unverändert gelassen; es weist daher die alte Wiking-Bodenprägung auf, ebenso wie den alten, im Vergleich zum Zughaken des LKWs eher kolossal wirkenden Zughaken des entsprechenden 60er-Jahre-Modells. Der LKW selbst entspricht der o. a. Formvariante IV. Bisher sind zwei Lastzüge bekannt: Der unten abgebildete des Post-Museums-Shops und ein Kohlen-Lastzug aus der Jubiläumspackung des Fußballvereins Schalke 04.

Henschel HS 100 als Hängerzug des Post-Museums-Shops aus dem Jahr 2004.
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Verwendete Fahrgestelle
zu Formvariante I
zu Formvariante II
zu Formvariante III
zu Formvariante IV
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Verwendete Planen
Insgesamt finden sich nur zwei unterschiedliche Planenformen bei allen HS-100-Modellen - bis heute.
Die Modelle von 1959 und von 1965 bis 1968 wurden mit geschlossener Plane ausgeliefert. Diese Planen waren relativ detailliert, insbesondere in der Ansicht von hinten (Bild oben). Sie überkragen die seitlichen Pritschenwände, vorn verfügen sie über eine Lasche, die beim Aufsetzen hinter der vorderen Pritschenwand liegt und ein Verrutschen nach vorn verhindern soll. Auf der Innenseite der Plane findet sich am Dach das WM-Zeichen.
In der "planenlosen" Zeit von 1960 bis 1964 musste eine separate Plane hinzugekauft werden, die ab 1960 unter der Bestellnummer 40v geliefert wurde. Diese Plane ist deutlich weniger detailliert (Bild unten), von der Bauart und den Abmessungen her aber identisch mit der mitgelieferten Plane. Auf der Innenseite findet sich kein Herstellerzeichen. Sämtliche Neuauflagen wurden bisher ebenfalls mit der einfacheren ursprünglichen Zubehör-Plane ausgeliefert.
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Zusammenfassende Varianten-Tabelle der Serienmodelle
| Formvariante |
Farbe Kabine |
Farbe Fahrgestell |
Farbe Pritsche |
Modelljahre |
Räder |
| I |
silbergrau |
mattgraublau |
silbergrau |
1959 - 1962 |
10-Loch-Felgen |
| I |
mattgraublau |
silbergrau |
mattgraublau |
1959 - 1962 |
10-Loch-Felgen |
| I |
silbergrau |
ozeanblau |
silbergrau |
1959 - 1962 |
10-Loch-Felgen |
| I |
ozeanblau |
silbergrau |
ozeanblau |
1959 - 1962 |
10-Loch-Felgen |
| II |
korallenrot |
blassbraun |
blassbraun |
1963 - 1964 |
glatt |
| II |
blassbraun |
korallenrot |
blassbraun |
1963 - 1964 |
glatt |
| III |
korallenrot |
blassbraun |
blassbraun |
1965 - 1968 |
glatt od. 6-Loch-Felgen |
| III |
blassbraun |
korallenrot |
blassbraun |
1965 - 1968 |
glatt od. 6-Loch-Felgen |
| IV |
mattoliv |
mattoliv |
mattoliv |
ab 2001 |
eingesetzte Felgen |
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