Tauschbörse in Eefde (NL)

  12.03.2006



Ausgestattet mit dem ein oder anderen Modell zum Tauschen, ging es am Sonntagmorgen - fast hätte man sagen können: Mitten in der Nacht! - erstmals auf eine Börse in unserem westlichen Nachbarland, den Niederlanden. Diese Börse wird 4 x jährlich organisiert vom H0-Modelautoclub Nederland und gilt bei unseren Nachbarn als die H0-Modellauto-Börse schlechthin.

Zwar sind 180 km Entfernung und 2 Stunden Anfahrt kein Pappenstiel, aber der Reiz des Neuen und die Tatsache, dass ein Sammlerkollege ebenfalls dorthin fuhr und wir eine Fahrgemeinschaft bilden konnten, ließ alle Bedenken dahinschmelzen wie Wiking-Modelle im Backofen.
Die Veranstaltung im "Dorpshuis Het Hart" (einer Art "Bürgerhaus", wie es in den Niederlanden in vielen größeren Dörfern zu finden ist) war sehr gut besucht, ein Teil der Besucher kam auch aus dem grenznahen Teil Deutschlands. Auch im Bezug auf die Aussteller hatte man eine "volle Hütte", auch hier hatten sich ebenfalls ein paar deutsche Aussteller eingefunden.

Die Vorgabe der Veranstalter lautete: Mindestens 75 Prozent der ausgestellten Modelle müssen aus dem H0-Bereich stammen, de facto dürften es wohl 99 Prozent gewesen sein, die diesem Maßstab zuzuordnen waren.

Der Veranstaltungsort war ideal für eine Börse: Helle Räume, ausreichend Platz und diverse Sitzgelegenheiten, um auch einmal in Ruhe einen Kaffee zu trinken oder sein Mittagessen zu sich zu nehmen. Die Preise für die Tischmiete waren ebenso moderat wie die für Speisen und Getränke.
Der Zeitrahmen für die Börse war relativ knapp bemessen, sie ging von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr. In dieser Zeit jedoch war der Andrang an den Tischen groß. In vielen Fällen stand eher das Fachsimpeln als das Verkaufen im Vordergrund, was dieser Veranstaltung eine äußerst angenehme Atmosphäre verschaffte.
Entgegen unseren Vermutungen war das Angebot an Wiking-Modellen recht groß, es machte durchaus 25 bis 30 Prozent des Gesamtangebotes aus.

Auffallend und schon ungewöhnlich reichlich war das Angebot an erstklassigen Modellen der 60er und 70er Jahre, sämtlich angeboten von niederländischen Ausstellern. Allerdings wussten diese auch durchaus, was ihre Modelle wert waren, und das oben über moderate Preise Gesagte galt nicht unbedingt auch für diese Pretiosen. Hier war dann Handeln gefragt, es war allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt.
Mein Sammlerkollege und "Chauffeur" macht einen recht zufriedenen Eindruck. Wohl auch, weil das eingenommene Geld sich problemlos sofort wieder in gesuchte Modelle re-investieren ließ ;-)
Auch fern der Heimat trifft man dann wieder auf bekannte Gesichter.

Den hochgewachsenen Herrn hinter dem Tisch hat man doch schon einmal bei anderen Gelegenheiten gesehen?
Auffallend war, dass die Besucher sehr auf Qualität achteten. Was nicht "mint" war, blieb liegen.

Und was unterscheidet den niederländischen Sammler vom deutschen? Eigentlich nichts. Erstaunlich viele sammeln Wiking, und erstaunlich viele davon nur Modelle aus den 60ern und 70ern. Und auch die Sammlerbiographien, die in vielen Gesprächen ausgetauscht wurden, waren fast identisch mit denen, die man aus Gesprächen mit deutschen Sammlerkollegen kennt. Motive für die Sammelleidenschaft sind wohl international.
Der Blick über den Tellerrand hat sich für uns gelohnt, und ich blicke zurück auf einen gelungenen Sonntag, trotz zweistündiger Anreise und einer vorausgegangenen eher kurzen Nacht. Zumindest als Besucher werde ich wohl auf dieser Börse sicherlich wieder einmal erscheinen.



ã 2006 Wikingmania - Michael Broer